Zinseszins: So lassen Sie Ihr Geld wachsen

Finanzen · Lesezeit 7 Min.

Albert Einstein soll den Zinseszins einmal als das achte Weltwunder bezeichnet haben. Ob er das wirklich gesagt hat, lässt sich nicht mehr zweifelslos klären, aber an der Aussage selbst ist kaum etwas auszusetzen. Der Zinseszins ist der Grund, warum Menschen, die früh anfangen zu sparen und investieren, später einen riesigen Vorsprung haben, auch wenn sie monatlich nur kleine Beträge anlegen.

Investieren

Der Unterschied zwischen einfachem Zins und Zinseszins ist entscheidend. Beim einfachen Zins werden die Zinsen nur auf den ursprünglichen Betrag berechnet. Wenn Sie 10.000 Euro zu 5 Prozent anlegen, bekommen Sie jedes Jahr 500 Euro Zinsen, nach zehn Jahren haben Sie 15.000 Euro. Beim Zinseszins werden die Zinsen jedes Jahr dem Kapital hinzugerechnet und im darauffolgenden Jahr verzinst sich also auch der bereits verdiente Zins. Nach zehn Jahren bei 5 Prozent haben Sie nicht 15.000 Euro, sondern 16.289 Euro. Der Unterschied wächst mit der Zeit exponentiell an.

Nutzen Sie unseren Zinseszins-Rechner, um verschiedene Szenarien durchzuspielen. Probieren Sie aus, was passiert, wenn Sie jeden Monat zusätzlich einen kleinen Betrag einzahlen. Selbst 100 Euro monatlich machen über Jahre hinweg einen gewaltigen Unterschied.

Die drei Faktoren des Zinseszins

Drei Dinge bestimmen, wie stark der Zinseszins-Effekt ausfällt: der Startbetrag, der Zinssatz und vor allem die Zeit. Von diesen drei Faktoren ist die Zeit der mächtigste. Jemand, der mit 25 Jahren anfängt, jeden Monat 200 Euro zu 7 Prozent zu investieren, hat mit 65 Jahren über 525.000 Euro. Wartet er bis 35 und investiert dafür 400 Euro monatlich, hat er mit 65 nur etwa 479.000 Euro. Er zahlt doppelt so viel ein und hat am Ende trotzdem weniger. Das ist die Kraft der Zeit.

Wo gibt es Zinseszins?

Auf dem Tagesgeldkonto gibt es zurzeit kaum nennenswerte Zinsen. Wer den Zinseszins wirklich für sich arbeiten lassen will, muss über Tagesgeld hinausdenken. Aktienmärkte haben historisch gesehen eine durchschnittliche Rendite von etwa 7 bis 9 Prozent pro Jahr gebracht. Wer in weltweite ETFs investiert, profitiert vom langfristigen Wachstum der globalen Wirtschaft. Natürlich gibt es Schwankungen, aber über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren haben Aktienmärkte bisher immer positive Renditen erzielt.

Ein weiterer Weg ist das Sparziel: Sie definieren ein Ziel, und der Rechner zeigt Ihnen, wie viel Sie monatlich anlegen müssen, um es zu erreichen. Das hilft, die eigenen finanziellen Ziele greifbar zu machen und motiviert, dranzubleiben.

Tipps für die Praxis

Fangen Sie heute an, nicht morgen. Jeder Monat, den Sie verstreichen lassen, kostet Sie potenziell Tausende Euro am Ende. Automatisieren Sie Ihre Sparpläne: Richten Sie einen Dauerauftrag ein, der jeden Monat automatisch Geld auf Ihr Anlagekonto überweist. So entgeht Ihnen kein Monat, und Sie müssen nicht jedes Mal aktiv an die Entscheidung herangeführt werden. Denken Sie langfristig und lassen Sie short-term Schwankungen nicht verunsichern. Der Zinseszins belohnt Geduld wie kein anderer Mechanismus.