Altersvorsorge: Nie zu früh anfangen

Finanzen · Lesezeit 7 Min.

Die gesetzliche Rente allein reicht für die meisten Menschen nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Das ist keine böse Absicht, sondern ein mathematischer Fakt. Die Rentenformel wird immer wieder angepasst, das Renteneintrittsalter steigt, und die demografische Entwicklung setzt dem System zu. Wer sich im Alter nicht einschränken will, muss selbst vorsorgen. Und je früher man anfängt, desto leichter und günstiger wird es.

Altersvorsorge

Wie viel braucht man im Alter?

Eine oft zitierte Faustregel lautet: Im Alter braucht man etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Bei 3.000 Euro Netto sind das 2.100 bis 2.400 Euro pro Monat. Die gesetzliche Rente liegt für durchschnittliche Verdiener derzeit bei etwa 1.300 bis 1.600 Euro. Es fehlen also 500 bis 1.100 Euro pro Monat. Über 25 Jahre im Ruhestand addiert sich das zu 150.000 bis 330.000 Euro.

Die drei Säulen der Altersvorsorge

Die erste Säule ist die gesetzliche Rente, die als Basissicherung dient. Die zweite Säule umfasst betriebliche Altersversorgung (bAV) und Riester-Rente, die oft staatlich gefördert werden. Die dritte Säule ist die private Vorsorge durch ETFs, Fonds oder andere Anlagen. Die meisten Experten empfehlen, alle drei Säulen zu nutzen und nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Mit dem Zinseszins-Rechner können Sie sehen, wie sich regelmäßige Einzahlungen über Jahrzehnte entwickeln. Mit dem Sparziel-Rechner berechnen Sie, wie viel Sie monatlich anlegen müssen, um Ihr Vorsorgeziel zu erreichen.

ETFs als einfacher Einstieg

Für die private Altersvorsorge haben sich weltweit streuende ETFs als kosteneffizientste Anlageklasse erwiesen. Ein weltweiter Aktien-ETF wie der MSCI World oder FTSE All-World bietet Zugang zu Tausenden Unternehmen in über 40 Ländern. Die historische Durchschnittsrendite liegt bei etwa 7 bis 9 Prozent pro Jahr. Selbst wer nur 100 Euro monatlich in einen solchen ETF investiert, hat bei 7 Prozent Rendite nach 30 Jahren über 120.000 Euro angespart. Der Zinseszins tut den Rest.

Nachholen ist teurer

Wer mit 25 anfängt, jeden Monat 150 Euro zu investieren, hat bei 7 Prozent Rendite mit 65 Jahren etwa 356.000 Euro. Wer erst mit 35 anfängt, müsste für das gleiche Ergebnis etwa 310 Euro monatlich einzahlen — mehr als doppelt so viel. Und wer mit 45 anfängt, bräuchte etwa 660 Euro. Je später man startet, desto härter muss man sparen. Das ist die unerbittliche Mathematik des Zinseszinses.

Fangen Sie heute an, auch wenn es nur 50 Euro im Monat sind. Automatisieren Sie Ihre Einzahlungen über einen Sparplan bei Ihrem Broker. So wird Altersvorsorge zur Gewohnheit, und Sie müssen nicht jeden Monat aufs Neue darüber nachdenken. Überprüfen Sie Ihren Plan jährlich und passen Sie ihn bei Bedarf an. Aber hören Sie niemals auf.